Weltmeisterschaft in Gross-Siegharts

Vom Sonntag, 19. August 2018 bis zum Samstag, 25. August 2018 wird in maximal 13 Wettfahrten der 23. Heissluftballon-Weltmeister (oder eine Weltmeisterin) gesucht.

Gross-Siegharts (eigentlich Groß-Siegharts) ist eine Gemeinde im Bezirk Waidhofen an der Thaya und liegt im Waldvierteil, in Niederösterreich. Die tschechische Grenze ist knapp 25 Autominuten entfernt. Wikipedia gibt gerne noch mehr Auskunft zu Geografie, Geschichte, Kultur und Politik in Gross-Siegharts.

Wir sind bereits seit Montag vor Ort, haben unsere Unterkunft (auf dem Foto hinter unserem Gespann) bezogen und werden voraussichtlich ab morgen Mittwoch Trainingsfahrten bestreiten. Unsere Unterkunft haben wir schon vor der Europameisterschaft im vergangenen Jahr gebucht. Sie liegt nur rund fünf Minuten vom Wettkampfzentrum entfernt, was bei vielen Fahrten durchaus ein wichtiger Faktor sein kann. So kommen wir möglichst schnell zur nötigen Erholung zwischen den Fahrten.

Die Wege hier scheinen sowieso kurz zu sein. Das Briefing ist unmittelbar beim Catering-Zelt und auch die Gastankstelle ist nahe gelegen. Die Gegend kennen wir schon von einem Wettbewerb im 2013, der in der Bezirkshauptstadt Waidhofen an der Thaya stattgefunden hat. Wir haben zwar nicht das ganze Wettbewerbsgebiet gesehen, es scheint aber wie schon vor fünf Jahren eine ideale Gegend mit vielen gemähten Wiesen und abgeernteten Feldern zu sein. Diese Start- und Landegelegenheiten werden auch dringend benötigt bei 105 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Der wohl meistgenannte Favorit ist unser Nationalmannschaftskollege Stefan Zeberli. Es sind aber sehr viele talentierte Pilotinnen und Piloten am Start. Die Leistungsdichte in den vorderen Rängen hat in den letzten Jahren zugenommen und es gibt viele, die hier mit einer guten Serie an Fahrten für eine Top-Platzierung in Frage kommen. Aus Erfahrung weiss ich, dass alles passen muss um vorne mit dabei zu sein. Es gibt körperliche, mentale und technische Stolperfallen, die ganze Fahrten erschweren und damit viele Punkte kosten können. Abgesehen von der obligaten Erkältung des Piloten laufen die Vorbereitungen bisher gut. Wir möchten hier aus jeder Fahrt das bestmögliche herausholen und hoffen, dass dann auch die Platzierung in der Rangliste stimmt. 

Am Donnerstag stossen noch Christian Weiss und Fabian Binder zu unserem Team (bisher meine Eltern, Helen und ich). Christian war bereits bei meinem bisher grössten Erfolg, der Bronzemedaille an der letzten Europameisterschaft, mit dabei. Fabian war beim letzten Paraballooning mit dabei und ersetzt ein Teammitglied, das leider aus beruflichen Gründen kurzfristig nicht dabei sein konnte. Er war begeistert von der Idee hier dabei zu sein, obwohl er sich zur Zeit von einem Beinbruch mit Komplikationen erholt. Wir werden noch schauen müssen, wie er genau eingesetzt wird, freuen uns aber riesig, dass er mit dabei ist. Diese Erklärung einfach, falls sich dann aufgrund von Fotos jemand über das Gestell an seinem Bein wundert.

Resultate und Hintergrundinfos gibt es wie gewohnt über die Links im Menü auf der rechten Seite (in der mobilen Ansicht unten). Auch die Links zu den Teams von Stefan Zeberli und dem MM Ballonteam sind sicher immer wieder ein paar Klicks wert. Ich versuche hier wieder zeitnah zu berichten. Ganz sicher werden die Beiträge dann aber einiges kürzer ausfallen als dieser hier. Falls ich mich dann für einige zu kurz halte und in Abkürzungen verliere, gibt es auf der Webseite des BSC Oststeiermark eine gute Erklärung der Aufgabentypen. Diese Webseite und die Information des SBAV zu Ballon-Wettkampf findet ihr auch im Menüband oberhalb der Beiträge unter Wettkampfaufgaben.

Ich hoffe ihr habt jetzt genauso Lust auf diese Weltmeisterschaft bekommen wie ich. Bleibt dran für Updates…

HNBC Abschluss

Nachdem wir zur Halbzeit auf dem zehnten Rang lagen, konnten wir dank einer klaren Steigerung noch hinter Stefan Zeberli und Matthew Scaife aufs Podest vorstossen. Gestern Abend gabs dann eine würdige Siegesfeier. Leider mussten die Fotografen mit etwas viel Gegenlicht von der Bühne her klarkommen, was aber der einzige Kritikpunkt dieser tollen Veranstaltung bleiben soll.

Deutscher Meister 2018 ist wieder Sven Göhler, der in der Gesamtwertung Platz vier belegte.

Es war einmal mehr eine starke Schweizer Teamleistung, die durch eine enge Zusammenarbeit möglich gemacht wurde. Jetzt sind wir heiss auf die WM in rund zwei Wochen…

HNBC 6. Fahrt

Zur letzten Fahrt setzte der Wettbewerbsleiter fünf Aufgaben: Eine Zielanfahrt mit Zeitfenster (CRT), HWZ, ELB, FON und Maximum Distance innerhalb 30 Minuten (XDT).

Wir wählten eine andere Windrichtung zur Anfahrt auf das CRT als die meisten Konkurrenten. Das erwies sich als eine gute Entscheidung und die Schweizer konnten geschlossen gute Resultate erzielen. Danach war schnell klar, dass die Zeit nicht für alle Aufgaben ausreicht. Ich opferte den Ellbogen zugunsten eines guten HWZ und eines sehr guten Fly Ons. Die Maximum Distance wird nicht zu den besten gehören, da ich schon in einem Bereich der Karte war, in dem die Luftraum-Obergrenze eine Fahrt im schnellstmöglichen Wind nicht mehr zuliess. Die Wettbewerber welche bei den ersten Aufgaben schlechter waren, konnten noch auf 7000ft viel Distanz machen.

Wir werden sehen, was das alles in der Endabrechnung ergibt. Nach gestern Abend lagen wir auf einem Podestplatz und hoffen natürlich, dass wir diesen halten können. Das ist aber alles andere als sicher.

Am Abend gibt es dann eine gemütliche Siegerfeier. Hoffentlich nehmen daran viele Teilnehmer teil.

HNBC 5. Fahrt

Drei Aufgaben von einem gemeinsamen Startplatz gab es heute Abend zu lösen. Die Winde waren schwierig vorherzusagen und würden gemäss Meteorologe noch weiter nach rechts drehen. Er sollte recht behalten.

Das JDG über dem Kreisel in Horb verfehlte sehr deutlich, die darauf folgende Fuchsjagd ergab ca. 1,3km Ablage. Beim abschliessenden Fly On sollte die Ablage in Ordnung sein. Da es immer mehr drehte und ich früh unterwegs war, sollten auch die anderen Ergebnisse eine Platzierung im vorderen Teil der Rangliste ergeben.

Morgen früh gibt es noch eine letzte Fahrt, hoffentlich mit vielen Tasks…

HNBC 4. Fahrt

Heute morgen gab es fünf Aufgaben in beliebiger Reihenfolge zu lösen. Das führte zu total unterschiedlichen Taktiken und es lässt sich wohl erst nach der Publikation der Ergebnisse erkennen, wer die Aufgaben wie gut absolvierte.

Die Schweizer Teams fuhren zuerst das JDG und danach eines von drei HWZ an. Danach trennten sich auch hier die Wege, da der Bodenwind nach den ersten Ballonen nach rechts wegdrehte. Mit Stefan Zeberli und Nicole Vogel fuhr ich zuerst den LRN, gefolgt von einem FON und einer Minimum Distance über mindestens 30 Minuten. Wie gesagt, ob mir die Aufgaben gut gelangen, wird sich erst im Vergleich mit den anderen Pilotinnen und Piloten zeigen. Auf jeden Fall war das eine interessante Fahrt mit vielen Überlegungen die hoffentlich uns alle wieder einen Schritt vorwärts bringen.